Warum wir bei genPsoft auf Quarkus setzen – und was das für Ihr Softwareprojekt bedeutet
Von Michael Franke, genPsoft GmbH
Wenn Kunden zu uns kommen, geht es selten um die Frage „Welche Programmiersprache soll es sein?“ – es geht um Geschwindigkeit, Kosten, Wartbarkeit und die Frage, ob eine Individualsoftware auch in fünf Jahren noch Sinn ergibt. Genau deshalb lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen unserer Technologieentscheidungen. Ein Thema, das uns aktuell besonders beschäftigt: Quarkus als Java-Plattform für moderne, cloud-native Individualsoftware.
Das Problem mit klassischem Java – und mit C#
Viele unserer Kunden kennen Java noch aus der Zeit langer Startzeiten, hohem Speicherverbrauch und schwerfälligen Application-Servern. Auch .NET/C# hat in den letzten Jahren stark aufgeholt und ist gerade im Microsoft-Umfeld eine solide Wahl. Doch sobald es um containerisierte, in der Cloud betriebene Microservices geht, zeigen sich die Grenzen klassischer Ansätze deutlich: hoher Ressourcenverbrauch, träge Skalierung, hohe Infrastrukturkosten.
Quarkus wurde von Red Hat genau für dieses Szenario entwickelt – als „Supersonic Subatomic Java“, optimiert für Kubernetes, Container und Cloud-native Architekturen.
Was Quarkus konkret besser macht
1. Extrem kurze Startzeiten
Während klassische Java-Anwendungen mehrere Sekunden bis Minuten zum Hochfahren brauchen, startet eine mit Quarkus gebaute Anwendung – insbesondere mit GraalVM-Native-Image-Kompilierung – oft in unter 100 Millisekunden. Das ist relevant, wenn Services in Kubernetes automatisch skaliert oder neu gestartet werden müssen.
2. Geringer Speicherverbrauch
Native Quarkus-Anwendungen benötigen häufig nur einen Bruchteil des RAM klassischer JVM-Anwendungen. Für unsere Kunden bedeutet das: mehr Instanzen pro Server, niedrigere Cloud-Rechnungen, geringere CO2-Bilanz.
3. Developer Joy statt Frust
Live-Reload während der Entwicklung, sofortiges Feedback bei Codeänderungen, ein durchdachtes Extension-Ökosystem (REST, Messaging, Datenbanken, Security) – das beschleunigt unsere Entwicklungszyklen spürbar, was direkt Projektkosten und Time-to-Market unserer Kunden reduziert.
4. Java-Ökosystem bleibt erhalten
Anders als bei einem Wechsel zu C#/.NET bleibt das riesige, ausgereifte Java-Ökosystem vollständig nutzbar – Bibliotheken, bestehende Entwicklerteams, jahrzehntelange Enterprise-Erfahrung. Für Kunden mit bestehenden Java-Landschaften ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber einer kompletten Plattformmigration.
Ein Praxisbeispiel
Ein mittelständischer Kunde aus der Logistikbranche betrieb eine monolithische Java-Anwendung zur Sendungsverfolgung. Die Herausforderungen: lange Deployment-Zyklen, hohe Serverkosten durch überdimensionierte VMs und träges Hochfahren nach jedem Update.
Wir haben gemeinsam mit dem Kunden zentrale Module in Quarkus-basierte Microservices überführt und in Kubernetes containerisiert.
Das Ergebnis nach der Migration:
Startzeiten der Services von ca. 12 Sekunden auf unter 200 Millisekunden reduziert
Speicherverbrauch pro Instanz um rund 70 % gesenkt
Dadurch konnte die Anzahl der benötigten Server-Instanzen deutlich reduziert werden, was die monatlichen Cloud-Kosten spürbar senkte
Deployments, die vorher Wartungsfenster erforderten, laufen heute im laufenden Betrieb
Ein Wechsel zu C# hätte in diesem Fall bedeutet, bestehendes Know-how, Bibliotheken und über Jahre gewachsenen Code komplett neu aufzubauen – mit entsprechendem Risiko und Aufwand. Mit Quarkus konnten wir die vorhandene Java-Substanz des Kunden erhalten und gleichzeitig moderne, cloud-native Eigenschaften erschließen.
Der Mehrwert von genPsoft
Technologie allein löst kein Problem – entscheidend ist, sie zum richtigen Zeitpunkt und für die richtige Anwendung einzusetzen. Bei genPsoft bringen wir das Praxiswissen mit, um zu beurteilen, wann Quarkus der richtige Weg ist, wann ein klassischer Ansatz oder auch ein anderes Ökosystem sinnvoller ist. Wir begleiten unsere Kunden von der Analyse der bestehenden Systemlandschaft über die Architekturentscheidung bis zum produktiven Betrieb – pragmatisch, kostenbewusst und mit Blick auf die langfristige Wartbarkeit der Lösung.
Wenn Sie überlegen, ob Ihre Systemlandschaft von einer Modernisierung mit Quarkus profitieren könnte, sprechen Sie uns gerne an.
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Michael Franke ist bei der genPsoft GmbH tätig und beschäftigt sich mit individueller Softwareentwicklung und modernen Java-Architekturen.

