Von Michael Franke, Geschäftsführer und Chef-Entwickler bei genPsoft GmbH
Viele Unternehmen greifen bei E-Mail-Automatisierung reflexartig zu einem zusätzlichen Tool – dabei bringt Pipedrive bereits eine solide native E-Mail-Funktionalität mit, die für den Großteil typischer Vertriebs-Use-Cases völlig ausreicht. In diesem Artikel zeigen wir, was ohne ein einziges Drittanbieter-Tool möglich ist.
Warum native E-Mail-Automatisierung meist die bessere erste Wahl ist
Bevor ein zusätzliches Tool ins Spiel kommt, lohnt sich der Blick auf das, was Pipedrive bereits mitbringt:
- E-Mails werden direkt in der Chronik des jeweiligen Kontakts bzw. Deals gespeichert – ohne Synchronisationsaufwand
- Vorlagen lassen sich mit dynamischen Feldern personalisieren (Name, Firma, Dealwert etc.)
- Automationen können E-Mail-Versand direkt an Pipeline-Ereignisse koppeln
- Keine zusätzlichen Kosten, keine zusätzliche Datenschutz-Fragestellung durch einen weiteren Anbieter
Anwendungsfall 1: Automatische Erstantwort bei neuem Lead
Sobald ein neuer Kontakt oder Deal über ein Formular, eine Integration oder manuell angelegt wird, verschickt eine Automation automatisch eine erste E-Mail – etwa eine Eingangsbestätigung mit den nächsten Schritten.
Einrichtung in Kürze:
- Automation mit Auslöser „Neuer Deal erstellt“ anlegen
- E-Mail-Vorlage mit personalisierten Feldern (z. B. {{Person.Name}}) hinterlegen
- Absenderadresse und Versandzeitpunkt festlegen
Anwendungsfall 2: Follow-up nach Erstkontakt ohne Reaktion
Eine der wirkungsvollsten Automationen überhaupt: Hat ein Kontakt nach dem Erstkontakt X Tage lang nicht reagiert, wird automatisch eine freundliche Nachfass-E-Mail verschickt.
Praxistipp: Die Formulierung sollte bewusst nicht wie eine automatisierte Mail wirken – kurze, persönliche Sprache erzielt deutlich höhere Antwortquoten als offensichtliche Massen-Follow-ups.
Anwendungsfall 3: Terminbestätigung nach vereinbarter Aktivität
Wird in Pipedrive eine Aktivität vom Typ „Meeting“ angelegt, kann automatisch eine Bestätigungsmail mit den Termindetails an den Kontakt verschickt werden.
Effekt: Weniger No-Shows, da der Kontakt eine schriftliche Bestätigung erhält, ohne dass der Vertrieb manuell daran denken muss.
Anwendungsfall 4: Abschluss-E-Mail bei gewonnenem Deal
Sobald ein Deal als „gewonnen“ markiert wird, verschickt eine Automation automatisch eine Willkommens- oder Dankes-E-Mail – und leitet damit nahtlos in den Onboarding-Prozess über.
Wo die native Lösung an ihre Grenzen stößt
Bei sehr umfangreichen, mehrstufigen E-Mail-Kampagnen mit komplexer Segmentierung – etwa klassischen Marketing-Nurture-Strecken über Wochen mit vielen Verzweigungen – wird die native Pipedrive-Funktionalität irgendwann unhandlich. An diesem Punkt kann eine dedizierte Marketing-Automatisierungslösung oder eine individuelle Erweiterung über die API sinnvoll werden. Für die klassischen vertrieblichen Use-Cases – Erstantwort, Follow-up, Terminbestätigung, Abschluss-Mail – reicht die native Lösung in aller Regel vollständig aus.
Checkliste für den Einstieg
- E-Mail-Vorlagen mit den wichtigsten dynamischen Feldern erstellen
- Automation für Erstantwort bei neuem Lead einrichten
- Follow-up-Automation nach X Tagen ohne Reaktion aufsetzen
- Terminbestätigung an Meeting-Aktivitäten koppeln
- Abschluss-E-Mail bei gewonnenem Deal einrichten
- Alle E-Mail-Automationen nach zwei Wochen auf Formulierung und Reaktion hin überprüfen

Fazit
Bevor in ein zusätzliches E-Mail-Marketing-Tool investiert wird, lohnt sich fast immer zuerst der volle Ausbau der nativen Pipedrive-Funktionen. Für die meisten Vertriebsprozesse im Mittelstand deckt das bereits einen Großteil des tatsächlichen Bedarfs ab – ohne zusätzliche Kosten und ohne zusätzliche Schnittstelle, die gewartet werden muss.
genPsoft GmbH richtet native Pipedrive-E-Mail-Automationen ein und berät, wann sich der Schritt zu einer weiterführenden Lösung tatsächlich lohnt.

