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Pipedrive Automation vs. Zapier: Wann lohnt sich was?
Michael Franke
Von Michael Franke, Geschäftsführer und Chef-Entwickler bei genPsoft GmbH
Eine der häufigsten Fragen, die uns Unternehmen im Erstgespräch stellen: „Sollen wir für unsere Automatisierung bei den nativen Pipedrive-Automationen bleiben, oder brauchen wir Zapier, Make oder ein ähnliches Tool?“ Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an – aber es gibt klare Kriterien, die die Entscheidung deutlich erleichtern.
Native Pipedrive-Automationen: Wann sie ausreichen
Die eingebauten Automationen von Pipedrive decken den überwiegenden Teil typischer Vertriebsprozesse bereits ab, ohne dass ein zusätzliches Tool nötig wäre.
Native Automationen sind die richtige Wahl, wenn:
Die Logik sich innerhalb von Pipedrive abspielt (Deal-Phasen, Aktivitäten, Felder, interne Benachrichtigungen)
Keine oder nur wenige externe Systeme eingebunden werden müssen
Das Team selbst Automationen anpassen können soll, ohne Entwicklerwissen zu benötigen
Kosten und Wartungsaufwand möglichst gering gehalten werden sollen
Vorteile:
Keine zusätzlichen Lizenzkosten
Keine zusätzliche Angriffsfläche für Datenschutz- und Sicherheitsfragen, da alles innerhalb von Pipedrive bleibt
Zapier, Make & Co.: Wann sich ein externes Tool lohnt
Externe Automatisierungsplattformen spielen ihre Stärke dort aus, wo mehrere Systeme miteinander verbunden werden müssen, die nicht über eine native Pipedrive-Integration verfügen.
Ein externes Tool lohnt sich, wenn:
Mehrere unterschiedliche Systeme (z. B. Buchhaltungssoftware, Newsletter-Tool, Projektmanagement) miteinander verknüpft werden sollen
Die benötigte Logik komplexer ist als einfache Wenn-Dann-Regeln, etwa mit mehreren Verzweigungen oder Datenumformungen
Schnelle Umsetzung ohne eigene Entwicklung im Vordergrund steht
Nachteile, die oft unterschätzt werden:
Laufende Lizenzkosten, die mit der Anzahl der Automationsläufe steigen
Zusätzliche Fehlerquelle: Läuft die externe Plattform nicht stabil, hat das direkten Einfluss auf Pipedrive-Prozesse
Datenschutzrechtlich relevant: Daten verlassen Pipedrive und laufen über einen weiteren Anbieter
Die dritte Option, die selten mitgedacht wird: individuelle Entwicklung über die API
Für Unternehmen mit sehr spezifischen Anforderungen – etwa der Anbindung an ein selbst entwickeltes ERP-System oder komplexe, unternehmensspezifische Geschäftslogik – ist häufig weder die native Automation noch ein Tool wie Zapier die optimale Lösung.
Eine individuelle Lösung über die Pipedrive-API lohnt sich, wenn:
Die Anforderungen so spezifisch sind, dass Standard-Konnektoren nicht (mehr) passen
Hohe Datenvolumen oder komplexe Berechnungen im Spiel sind, bei denen externe Plattformen an Performance-Grenzen stoßen
Langfristig Kosten gespart werden sollen, die bei wachsendem Automatisierungsvolumen über externe Tools sonst kontinuierlich steigen
Der Nachteil liegt auf der Hand: höhere initiale Entwicklungskosten. Diese amortisieren sich aber häufig bereits nach wenigen Monaten, wenn das Automatisierungsvolumen entsprechend hoch ist.
Es gibt keine grundsätzlich „bessere“ Lösung – jede der drei Optionen hat ihren berechtigten Anwendungsfall.
Entscheidungshilfe im Überblick
Situation
Empfehlung
Alles spielt sich innerhalb von Pipedrive ab
Native Automation
Verbindung zu 1–3 gängigen externen Tools nötig
Zapier / Make
Verbindung zu Individualsoftware, hohe Datenmengen, komplexe Logik
Individuelle API-Entwicklung
Das Fazit:
Es gibt keine grundsätzlich „bessere“ Lösung – jede der drei Optionen hat ihren berechtigten Anwendungsfall. Die Faustregel, die sich in der Praxis bewährt hat: So lange wie möglich mit nativen Automationen arbeiten, bei Bedarf gezielt Zapier oder Make ergänzen – und erst bei wirklich spezifischen, geschäftskritischen Anforderungen in eine individuelle API-Lösung investieren, statt von Anfang an zur komplexesten Option zu greifen.
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